34. internationales antikapitalistisches Sommercamp 23. Juli – 29. Juli 2017 in Otranto, Süditalien

Du hast durch eine*n Freund*in vom alljährlich stattfindenden antikapitalistischen Jugendcamp der IV. Internationale erfahren, hast einen Flyer dazu bekommen oder im Netz darüber gelesen?

Hier bekommst du alle Infos rund um das diesjährige Camp. Wenn du Lust hast dich in diesem Sommer mit rund 400 bis 500 anderen jungen Menschen aus 20 verschiedenen Ländern zu treffen, dich mit ihnen über Sexismus, Revolution, Antifaschismus, Ökologie und vielem mehr auszutauschen, zu campen und zu feiern – dann melde dich jetzt an.

Anmeldungen, Nachfragen und weitere Infos unter: sommercamp@intersoz.org

2013FI-crowd

Ein Teil der TeilnehmerInnen des Camps 2013

 

Infos zum diesjährigen Camp

Das Camp ist jedes Jahr an einem anderen Ort in Europa. Organisiert wird es von europäischen Jugendorganisationen, die alle die weltweite demokratisch-sozialistische Organisation „Vierte Internationale“ unterstützen.

In den letzten Jahren waren die Sommercamps bereits in Italien, Griechenland und in Frankreich. Vom 23. Juli – 29. Juli 2017 wird das Camp in Apulien in Süditalien, direkt an der Adria sein, in der Nähe der Stadt Otranto.

Wenn Du entspannen und Dich dabei gemütlich mit anderen Menschen über deren politische Situation und ihre Erfahrungen austauschen möchtest, dann bist Du auf dem Sommercamp genau richtig! Es werden neben Dir auch Menschen aus zahlreichen weiteren Ecken Europas dabei sein: Darunter sind Feministinnen aus Frankreich, britische UmweltaktivistInnen oder polnische AntirassistInnen. Und es reisen auch Gäste aus Nord- und Südamerika, aus Südostasien oder Afrika an.

Daneben gibt es dutzende Workshops und Diskussionen zu vielen weiteren Themen, wie etwa zur revolutionären Bewegung in Kurdistan oder zu den ökologischen Kämpfen in Lateinamerika. Wenn Du möchtest, kannst Du auch was zum Kampf gegen sexuelle Gewalt oder zu den Frauenkämpfen in Asien lernen. Oder mit anderen diskutieren, wie ein nichtkapitalistischer Gesellschaftsentwurf aussehen könnte, um den es sich zu kämpfen lohnt. Demokratische Selbstverwaltung inklusive.

Wann und wo?

Im Sommer 2017 schlagen wir unsere Zelte in Otranto (Apulien) in der Nähe der Adria auf. Das Camp wird vom 23. Juli – 29. Juli 2017 stattfinden – haltet euch diese Woche also schon einmal frei!

Wer nimmt teil?

Das Camp wird regelmäßig von 400 bis 500 jungen Menschen aus den verschiedensten Ländern rund um den Globus besucht. Die meisten Teilnehmer*innen sind Mitglieder der IV. Internationale, sympathisieren mit dieser Organisation oder engagieren sich zusammen mit Menschen aus dieser Organisation aktiv in der antikapitalistischen Bewegung.  Mit dabei waren im letzten Jahr Teilnehmer*innen u.a. aus: Belgien, Brasilien, Dänemark, Niederlande, Polen, Portugal, Russland, Kanada, Griechenland, Spanischer Staat, Indonesien, Philippinen, Mexiko, Serbien, USA, Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Italien…

… große Delegation kommen meist aus Frankreich, Italien und dem Spanischen Staat selbst. Insgesamt nehmen Menschen aus ca. 20 bis 25 verschiedenen Ländern am Camp teil.

Falls du dich jetzt fragst, auf welcher Sprache mensch miteinander redet: Keine Sorge, es gibt Übersetzungen auch auf deutsch. Genauere Informationen hierzu findest du weiter unten unter dem Punkt „Selbstorganisation“.

Spannendes Seminarprogramm

Das Camp ist in Thementage/Themenblöcke eingeteilt. Es bietet eine großartige Gelegenheit, sich Schritt für Schritt über die Situation in den verschiedenen Ländern auszutauschen und über die jeweiligen Kämpfe vor Ort zu sprechen. Ist der Kapitalismus in einer Krise? Was macht die wirtschaftliche Krise aus, was die ökologische?

Gibt es immer noch eine Arbeiter*innenklasse und wenn ja, wie sieht sie heute aus? Was heißt Imperialismus heute? Und vor welche Herausforderungen stellt uns all das?

Der Imperialismus im Nahen Osten und seine Folgen in Form eines Stroms von refugees wird ein zentrales Thema sein. Dazu wollen wir nicht nur die Situation in den verschiedenen Ländern und die Gefahr der radikalen Rechten diskutieren, sondern auch die konkreten Bewegungen und Kämpfe, die es in den verschiedenen Ländern gibt.

Die patriarchale Unterdrückung und die Kämpfe dagegen – wie z.B. gegen Abtreibungsverbote – wird ein weiteres wichtiges Thema sein. Auch der Kampf gegen die Unterdrückung von LGBTI* wird eine wichtige Rolle spielen.

Die ökologische Krise wird ebenfalls ein Thema sein. Wir wollen diskutieren, welche Auswirkungen sie hat, wie wir in ökologische Kämpfe intervenieren können und wie wir eine zukünftige Gesellschaft nach ökologischen Kriterien aufbauen können.

Zum Ende wird es auch um die Revolution gehen: Wie kommen wir da hin? Wird eine Revolution heute überhaupt noch so aussehen wie vor 100 Jahren? Welche Rolle hat die arbeitende Bevölkerung? Wie wollen wir uns organisieren?

Ein detailliertes Programm, auch mit geplanten Workshops, gib es demnächt hier online.

soziale Bewegung

Workshopangebot am Thementag „Soziale Bewegungen“

In jedem dieser Themenblöcke werden verschiedene Angebote gemacht, wie z.B. Podiumsdiskussionen (Foren), Workshops, Vorträge und sog. Rallys . Während bei den Vorträgen der Fokus auf dem Input liegt, steht bei den Workshops die Diskussion im Vordergrund. Die Rallys finden zumeist am Abend statt und haben eher einen Charakter, wie wir ihn von Reden auf Kundgebungen und Demonstrationen her kennen.

Austausch und Diskussion

Neben dem sehr umfangreichen Seminarprogramm gibt es aber natürlich auch die Möglichkeit zum persönlichen Austausch. Die meisten Teilnehmer*innen des Camps suchen sich spontan und gezielt einige für sie interessante Angebote heraus, die sie besuchen. In den Zeiten dazwischen entspinnen sich stets intensive Diskussionen.

Wer genauere Informationen zu einem anderen Land bekommen möchte ist allerdings nicht ausschließlich darauf angewiesen eine*n Teilnehmer*in aus diesem Land zu finden. Im Tagesplan enthalten sind sog. Interdelegationstreffen, bei denen sich die Campteilnehmer*innen aus verschiedenen Ländern zusammensetzen. Diese Treffen bieten eine gute Möglichkeit, sich über politische Erfahrungen, soziale Bewegungen und die aktuelle klassenpolitische Entwicklung in den jeweiligen Ländern auszutauschen.

Feminismus und LGBTI

Neben den Workshops und Vorträgen zur Emanzipation von Frauen und LGBTI-Menschen finden täglich sogenannte women-spaces und LGBTI-spaces statt. Hier gibt es die Möglichkeit ohne Fremdbestimmung als Frauen, bzw als LGBTI-Menschen untereinander zu diskutieren. Hier können Themen zur Sprache kommen, deren Diskussion in Anwesenheit von heterosexuellen Männern oft schwerfällt. Auf vergangenen Camps wurde sich beispielsweise über das Verhältnis zum eigenen Körper, zur eigenen Sexualität oder zur besten Möglichkeit einen Orgasmus zu bekommen ausgetauscht.

LGBT Freiraum

der LGBTI-Space

Eine weitere, besondere Erfahrung bieten die beiden Partys, die den jeweiligen Gruppen gewidmet und von denen sie organisiert sind. Die Frauenparty ist für die meisten Teilnehmerinnen das erste Mal, dass sie nur mit Frauen (das soll heißen: Menschen, die sich selbst als Frauen definieren), frei von männlichem Balzverhalten, tanzen und feiern können. Die Party wird vom women-space organisiert, dadurch können Frauen Aufgaben übernehmen, die sie sonst oft ihren männlichen Genoss*innen abzutreten pflegen, wie etwa DJ-ing, technischer Aufbau und vieles andere.

Ein bisschen anders sieht es bei der LGBTI-Party aus. Zwar wird auch diese durch den entsprechenden space, in diesem Falle der LGBTI-space, vorbereitet. Aber sie ist offen für alle Camp-TeilnehmerInnen, die bereit sind, für einen Abend ihre anerzogenen heterosexuellen Verhaltensweisen zurückzustellen.

 

Der LGBTI-Space nach Feierabend
Der LGBTI-Space nach Feierabend

 

Tanzen, Spaß und Freizeit

Auch an den übrigen Abenden gibt es die Möglichkeit zu tanzen. In manchen Jahren gibt es neben der allabendlichen Party auch Live-acts. Zusätzlich zu den beiden bereits genannten Partys (Frauen- und LGBTIQ-Party) wird in diesem Jahr erstmals eine Antirassismus-Party stattfinden.

Konzert

Ska-Konzert im Jahr 2008

Bei spontanen und nicht immer ganz ernstgemeinten Demos über das Campgelände (beispielsweise gegen übermäßig viele Nudeln auf dem Speiseplan, verstopfte Toiletten oder zuviel Regen) können die Demokulturen der verschiedenen Länder ganz praktisch ausgetauscht und verglichen werden.

Neben dem theoretischen Seminarprogramm finden auch immer wieder praktische Workshops statt, wie etwa „Arbeiter*innenlieder“ singen oder der mittlerweile alljährlich stattfindende Workshop zu „Demotaktik“. Bei letzterem geht es u.a. darum, wie mensch sich durch Kettenbildung auf Demonstrationen vor Übergriffen durch die Polizei möglichst effektiv schützt. Jede*r kann sich an der sog. Fünf-Finger-Taktik oder an Blockadetechniken in diesem Workshop versuchen.

Fünf-Finger-Taktik

die Fünf-Finger-Taktik

 

Selbstorganisation

Die Teilnehmer*innen organisieren das Camp selbstständig. Von der Security über die Camp-Bar bis hin zum Putzen der Toiletten werden die verschiedenen Dienste von den Teilnehmenden übernommen. Inhaltlich und organisatorisch bereiten junge Menschen aus den verschiedensten Ländern in den vorangegangenen Monaten gemeinsam das Camp vor.

Bar in Selbstverwaltung

die Camp-Bar in Selbstverwaltung

Auch die Übersetzungen werden selbstverwaltet organisiert. Bei den großen Veranstaltungen (Vorträge, Plenum) gibt es stets eine Simultanübersetzung in mehrere Sprachen, die aber von Teilnehmer*innen geleistet wird. Bei den Workshops und Interdelegationstreffen gibt es eine Flüsterübersetzung, die je nach Bedarf von den Teilnehmer*innen des Workshops übernommen wird.

Übersetzungskabine

die ÜbersetzerInnen bei der Arbeit

Auf dem Camp selbst werden organisatorische Entscheidungen durch den Camp-Rat getroffen. Hier soll Rätedemokratie einmal praktisch erfahrbar gemacht werden. Morgens und abends finden zwischen den Teilnehmer*innen die eine gemeinsame Sprache sprechen Delegationstreffen statt. Hier werden Kritik, Positives und Anregungen gesammelt, die abends von Delegierten in den Camp-Rat getragen und dort diskutiert werden.

Das alles funktioniert nicht immer optimal, aber das ist uns lieber, als wenn uns immer ein Chef sagen würde, wo es langzugehen hat.

 

Das Kleingedruckte

Der Campbeitrag
Für die Teilnehmer*innen aus Deutschland wird der Beitrag für das Camp 100 Euro betragen. Darin inbegriffen ist nicht nur die Gebühr für den Campingplatz, das Essen, die Übersetzungstechnik u.ä., sondern auch ein Solibeitrag für Menschen aus Ländern mit geringerem Durchschnittseinkommen, die am Camp teilnehmen möchten. Für viele Teilnehmer*innen, z.B. aus den südeuropäischen Ländern, wäre eine Teilnahme sonst nicht möglich. Schließlich liegt die Arbeitslosigkeit bei Menschen unter 25 Jahren in einigen dieser Ländern weit über 50 Prozent, gibt es kaum noch soziale Sicherungssysteme und findest zeitgleich ein massiver Anstieg der Lebenshaltungskosten statt.

Aus den gleichen Überlegungen heraus gibt es auf dem Camp eine campeigene Währung, für die auf dem Campgelände Eis, alkoholische Getränke und Snacks gekauft werden können. Der Umtauschkurs richtet sich, wie auch der Campbeitrag, nach dem Durchschnittseinkommen in den jeweiligen Ländern.

Gut, aber auch in Deutschland verdient nicht jede*r ein Durchschnittseinkommen. Daher gibt es seit einigen Jahren einen Solifonds, aus dem für Menschen aus Deutschland, die nicht genügend Geld haben, ein Zuschuss gezahlt werden kann. Eine Teilnahme interessierter Menschen soll nicht am fehlenden Geld scheitern!

Die Anreise
Wir sind bemüht, euch zu unterstützen, eine günstige und bequeme Anreisemöglichkeit zu finden. Wenn ihr euch hierbei Hilfe wünscht, könnt ihr uns anschreiben und wir stellen Kontakt zu anderen Teilnehmer*innen her, die mit einem Auto anreisen oder geben Tipps, welche Linienbusse/Bahnverbindungen geeignet sind.

Die Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt per Mail und ist ab sofort möglich. Aus organisatorischen Gründen wäre es wichtig, wenn ihr euch bis spätestens zum 1.Juli anmelden würdet. Wenn ihr aus besonderen Gründen (Blog zu spät entdeckt, Uniprüfung steht an, Chef*in gibt den Urlaub erst kurzfristig frei) euch erst später anmelden könnt, schreibt uns trotzdem! Möglicherweise sind dann jedoch keine Plätze mehr frei.

Anmeldungen, Anregungen und weitere Infos: sommercamp@rsb4.de oder sommercamp@islinke.de 
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